Ayurveda & Stressmanagement

In der Minimierung von Stress haben sich fernöstliche Denkansätze aufgrund des erhöhten Bedarfs im modernen Westen stark integriert. Die wahrscheinlich älteste Gesundheitslehre des Ayurveda weist eine hohe Erfolgsrate im stabilen Umgang mit stressbedingten Problematiken auf.

Zunächst ist eine ursächliche Klärung wichtig, das bedeutet im Ayurveda eine Feststellung der Disharmonie der Grundkräfte von Vata (Luft/Raum), Pitta (Feuer) oder Kapha (Erde, Wasser), welche sich aus den 5 Elementen zusammensetzen. Stresssymptome betreffen generell nur die Regulationsprinzipien von Vata & Pitta. Bezüglich dieser Ayurveda-Grundlagen verweise ich auf unsere Webseite www.batra.at bzw. auf meine aktuelle Ayurveda-Broschüre genannt „Der Ayurveda-Ratgeber.“

Typische Vata-Stresssymptome sind beispielsweise:

  • unbegründete Angst
  • Angst vor Zeitmangel
  • Ruhelosigkeit
  • Gefühl der Hilflosigkeit
  • Beklemmung in der Brust
  • Zukunftsangst
  • Tinnitus

Pitta dominierte Stresspersönlichkeiten neigen eher zu:

  • Verärgerung mit oder ohne Grund
  • Wut
  • leichte Reizbarkeit
  • Sodbrennen
  • Migräne
  • Bluthochdruck
  • Hautausschlägen


Psychologische Aspekte

Stress, der aufgrund übertriebener Ängstlichkeit entsteht („Vata-Dominanz“), benötigt in erster Linie die Stärkung des innerlichen „Urvertrauens.“ Neben einer bewussten Verhaltensänderung in Alltagssituationen ist auch die Manifestation einer neuen innerlichen Kernüberzeugung notwendig. Einige Studien an Personen belegen, dass Probanden mit der regelmäßigen Anwendung meditativer Praktiken größtenteils weniger Angstsymptome aufweisen.

Bei Symptomen aufgrund starker Wettbewerbsorientierung und bei cholerischen Wutausbrüchen („Pitta-Dominanz“) bedarf es einer Stabilisierung der Emotionen und des geistigen Loslassens. Der Faktor körperliche Bewegung im Sinne eines Abreagierens ist hier wichtig. Eine Verantwortungsübergabe von Tätigkeiten an das soziale Umfeld – also mehr delegieren kann auch sehr zielführend sein. Spaziergänge in der Natur mit einer bewussten Wahrnehmung der Umgebung sind hier zumeist sehr hilfreich.

Um weitere psychische Stressfaktoren einzudämmen, ist ein eher moderater Konsum von Fernseher, Computer, Radio anzuraten. Eine offene Gesprächskultur in Beruf, Familie und Partnerschaft kann latente innere Konflikte auflösen.

Körperliche Maßnahmen

Körperlich sind bei Vata-Stresssymptomen zur Beruhigung des Nervensystems Entspannungstechniken mit akustischer Anleitung und ernährungsmäßig nahrhafte, beruhigende Nahrungsmittel wie z.B. Reis, Getreide, Mais, Milch, Honig, frische Getreide wie Weizen, Dinkel, Couscous, gekochter Hafer, Fenchel, Äpfel und Birnen empfehlenswert. Geeignete Ayurveda-Anwendungen sind sämtliche Kopfanwendungen wie Kopf- u. Gesichtsmassagen, Ölstirnguss, Ayurveda-Ölganzkörpermassage, und der Ganzkörperölguss mit mehrfach aufgekochten und eingedickten Ayurveda-Ölen auf Sesamölbasis.

Ein Hausmittel zur Beruhigung am Abend ist die Mandelmilch:

1 Tasse Mandelmilch zur Beruhigung vor der Abendruhe trinken. Hierzu 1 Tasse Milch mit 1 TL Mandelpulver/-mus/, 1-2 Msp. Muskatnusspulver, 3 Kardamomkapseln und 1/2 TL Vollrohrzucker kochen.

Bei Pitta-Symptomen ist eine Stabilisierung der emotionalen Befindlichkeit und des Hormonsystems wichtig. Als Entspannungsmethode eignen sich Visualisierungstechniken und ernährungsmäßig sind Nahrungsmittel wie Kardamom, Koriander, Artischocken, Chicorée, süßer Paprika, Auberginen, Blumenkohl und Joghurt vorzuziehen. Die Kopfmassage sollte hier eher mit Ölen auf Mandel bzw. Kokosölbasis erfolgen. Für die körperlichen Behandlungsmethoden sind Ganzkörpermassagen mit kühlenden Bestandteilen, eine spezifische Fußmassage mit „Kräuter-Ghee“ (reines Butterfett mit Kräutern aufgekocht) geeignet.

Ein Hausmittel bei Pitta-Stresserscheinungen, insbesondere Migräne ist dieSandelholzpaste.Sandelholzpulver hierzu mit Aloe-Vera Gel zu einer Paste verrühren und auf Stirn und Schläfen auftragen. Ideal auch gegen pochenden Kopfschmerz. Ein Korianderwasser kühlt außerdem die Hitze und weist eine beruhigende, muskelrelaxierende Wirkung auf. Dazu einfach einen Teelöffel frisch gemahlenen Koriander in einer Tasse Wasser heiß überbrühen und zwei bis drei Tassen über den Tag verteilt trinken.

Malz-und Hopfengetränke können Pitta-Symptome lindern, wobei Bier aufgrund des Suchtpotenzials durch den Alkoholanteil nichtregelmäßig zur Verdrängung von Stress eingesetzt werden sollte.

Insgesamt lassen sich drei Säulen zur Stressreduzierung laut Ayurveda definieren:

  • Bewegung (Aerobe Ausdauer, Beweglichkeit, Kraft, Koordinationsfähigkeit)
  • Entspannungstechniken & mentale Einstellung (Progressive Muskelentspannung, Tiefenentspannung, Meditation, Visualisierung)
  • Ernährung & Ölanwendung (Nahrung, orale Heilkräutereinnahme u. über die Haut durch Öl)

Mit der richtigen geistigen Einstellung kann man mit potentiellen Stresssituationen besser umgehen und sie sogar in lehrreiche und freudige Erfahrungen umwandeln.

Bericht: Mag. (FH) David Batra, A-5020 Salzburg, Ayurveda-Praktiker & Dozent

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Bild Inder: Totti Klonus-pixelio.de

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