Dr. Dahlke

Über Reizdarm

Sich reizen lassen, anstatt überreizt zu reagieren

Der Reizdarm ist ein ebenso lästiges wie schmerzhaftes Symptom, das nicht einmal gebührende Anerkennung bei Medizinern findet, weil es nicht viel an objektivierbaren Befunden hergibt und sie folglich damit nicht viel anfangen können. Erhobene Messdaten sind unspektakulär, Therapien unbefriedigend. Den Patienten geht es aber so schlecht, dass sie immer wieder kommen und weiter klagen. Aus Sicht der deutenden Psychosomatik von „Krankheit als Symbol“ handelt es sich um den Hilfeschrei eines gequälten Bauches, der nicht verdauen kann, was ihm ständig zugemutet wird. Wenn ein Mensch Bauch- oder Leibschmerzen hat, ist er in seinem körperlichen Zentrum gestört und im Ganzen verunsichert. Kinder haben all ihre Beschwerden überhaupt in dieser Region – sie sind immer in der Mitte gestört, wenn etwas in ihrem Leben nicht passt.

 

Der Darm hat mit der Verdauung des Lebens in materieller Hinsicht zu tun, so wie das Gehirn in immaterieller. Insofern verwundert es nicht, dass Gehirn und Darmkonvolut sich von ihrer äußeren Form her ähneln. Im Enddarm geht es obendrein um den Bezug zur Materie. So zeigt Verstopfung, den unbewussten Unwillen, Materie herzugeben. In diesem Schlussabschnitt des Darms, der symbolisch dem Totenreich des Körpers entspricht, landet alles überflüssig gewordene Materielle. Dort lässt sich ablesen, ob wir unser Geld, den konkreten Ausdruck von Materie, besitzen oder davon besessen sind.
Insgesamt verrät der Darm, wie und ob wir das Leben verdauen oder uns vieles quer und unverdaulich im Magen liegt, Emotionen auf ihn schlagen oder (Lebens-)Aufgaben belasten und Unerledigtes im Darm liegenbleibt. Der Reizdarm ist diesbezüglich eine frühe Warnstufe, noch ohne sich in der Körperlichkeit niederschlagenden Fakten. Aber er zeigt doch schon an, wo das Problem liegt und wie es uns (be)drückt.

 

Therapievorschläge wie bewusstes langsames Kauen bis hin zu regelrechter Schonkost können das Problem zwar lindern, aber auf die Dauer nicht lösen, weil es fast immer Unverdauliches im übertragenen Sinn ist, das die Beschwerden macht. Schmerz und Unwohlsein sind immer Hilferufe, die unsere Aufmerksamkeit auf sich ziehen wollen und sollen. Dieses Symptom will und muss also lästig sein, damit wir es überhaupt ernst nehmen und uns klar machen, dass wir kein rundes Lebensgefühl haben, sondern in unserer körperlichen Mitte gestört und aus dem Gleichgewicht sind.

Den kompletten Bericht können Sie in der  VITA – Einfach Leben Ausgabe 12 –  November/Dezember lesen. Sichern Sie sich schon jetzt Ihr Abo oder erwerben Sie VITA – Einfach Leben im gut sortierten Handel in Österreich u. Deutschland.
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