Interview: Dr. Storl

Die Fragen, die mir in dieser Ausgabe von VITA – Einfach Leben gestellt wurden, beantworte ich gerne, denn das Anliegen einfach und achtsam auf dieser Erde zu leben, ist auch mein Anliegen. Reichtum ist eine Qualität des Geistes, nicht eine der Anhäufung materieller Dinge.

storl_11

Redaktion: Unmittelbar präsent, rein und kraftvoll.Unsere Natur ist ein wunderbarer Schatz. Wie würden Sie aus Ihrer Sicht die Natur beschreiben?

Wolf-Dieter Storl: Wir sind keine fremde Wesen, keine Aliens, auf dieser Erde, wir selber sind Teil der Natur. Und wie wir, ist die Natur, die uns umgibt, nicht nur belebt, sondern auch beseelt und bewusst. Das wissen die Naturvölker und die Schamanen, das wussten unsere Ahnen, nur wir haben es mit unserer reduktionistischen Sichtweise vergessen.

Redaktion: Welches Land, das Sie bereist haben, hat Sie am meisten beeindruckt?

Wolf-Dieter Storl: Jedes Land, jede Kultur öffnet ein neues Fenster, eine neue Sichtweise auf unsere Welt. Jede Kultur ist voller geistiger Schätze. Ganz besonders aber hat mich Indien beeindruckt und mein Leben verändert.
Redaktion: Wie haben Sie den Lebensstil der Sadhus (heilige Männer Indiens) wahrgenommen?
Wolf-Dieter Storl: Insbesondere die Sadhus und Sadhvis (heilige Frauen) haben mich beeindruckt. Sie sind in sich zentriert und leben ohne Furcht, da sie erkannt haben, dass im Grunde genommen alles in der Natur vom Göttlichen durchdrungen ist. Deswegen ist ihnen jedes Wesen heilig und verdient liebevolle Achtung.

Redaktion: Welche Rolle spielt Achtsamkeit in Ihrem Leben?

Wolf-Dieter Storl: Achtsamkeit ist ein höchstes Gut. Ich versuche bewusst und achtsam zu leben und zu handeln, und zwar aus dem wahren Selbst heraus und nicht aus dem von Angst und Machtgelüsten gesteuertem Ego. Es ist eine Übung, eine Art seelische Hygiene, die das Karma verbessert.
Redaktion: Viele Menschen haben das Gespür für Einfachheit verloren. Sie suchen ständig nach Ablenkung und machen sich von materiellen Dingen abhängig. Was würden Sie Menschen raten, die langsam aber sicher erkennen, dass dadurch aber ihre eigentliche Sehnsucht nicht gestillt wird?
Wolf-Dieter Storl: Wenn wir uns wieder Zeit nehmen – es ist schließlich die Lebenszeit, die uns gehört – und uns besinnen, dann merken wir, dass wir von großer Fülle umgeben sind. Immer wieder mal anhalten, sich in einer Blume vertiefen, ihren Duft zu riechen, die Sonne auf der Haut spüren, mal barfuß gehen. Das sind kleine Schritte in die richtige Richtung. Erkennen, dass dieser Augenblick einmalig ist und der Mensch, der uns gegenübersteht, in diesem Moment der wichtigste ist.

Redaktion: Was bedeutet Ihnen Nächstenliebe?

Wolf-Dieter Storl: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ – ein geflügeltes Wort und eine Aufforderung zur Selbsterkenntnis. Wer ist unser Nächster? Nicht nur der Mensch der uns gegenübersteht, sondern auch das Tier, der Baum, das Kraut, die gesamte Natur. Sie alle gedeihen und werden schön im Licht der Liebe die von unserem Herzen strahlt. Was man dem Nächsten antut, das tut man sich selbst an.

Den kompletten Bericht können Sie in der  VITA – Einfach Leben Ausgabe 12 –  November/Dezember lesen. Sichern Sie sich schon jetzt Ihr Abo oder erwerben Sie VITA – Einfach Leben im gut sortierten Handel in Österreich u. Deutschland.
Share Button